Jobsuche auf Englisch

Nach nun fast zwei Schuljahren wird mein Vertrag als Fremdsprachenassistentin Ende Mai auslaufen; also forste ich mich durch Jobangebote und feile fleißig an meinem Lebenslauf – logischerweise alles auf Englisch. Ich musste das zwar schon mal in der Uni und für meine jetzige Stelle machen, bloß war da der Druck nicht so groß. Denn jetzt trete ich gegen Muttersprachler an! Natürlich gibt es in England Gesetze für Gleichberechtigung etc., aber im Kampf gegen einen englischen Texter zum Beispiel habe ich es als Nicht-Muttersprachler auf jeden Fall deutlich schwerer.

Doch nicht nur im direkten Jobwettkampf ist es als Auswanderer schwieriger; ich habe feststellen müssen, dass allein schon die Stellenbeschreibungen bzw. Berufsbezeichnungen teilweise komplett anders sind. Einfachstes Beispiel ist der Beruf des Verkäufers. Gibt man Verkäufer bei Leo ein, bekommt man: shop assistant, sales assistant, salesclerk, salesman, salesperson, seller, shop man, vender, vendor … Man liest assistant und denkt sich, dass Verkäufer ja nicht ‚nur‘ Assistenten sind, sie haben oft eine Berufsausbildung und es klingt auch nicht unbedingt so, dass shop assistants an der Kasse arbeiten, oder? Also vielleicht vendor to vend heißt ja auch irgendwie verkaufen, ne? Also was jetzt?! Tatsächlich, so schön eindeutig, wie in diesem Falle mit dem deutschen Wort ‚Verkäufer‘ ist es einfach nicht: Es gibt eben die cashiers, die an der Kasse sitzen; die shop assistants, die z.B. im Supermarkt die Ware einsortieren; oder eben die sales assistants, die beispielsweise im Schuhgeschäft beratend zur Seite stehen. Das Wort assistant selbst scheint teilweise für die sogenannten entry level jobs (Einstiegsjobs) zu stehen, aber anscheinend auch für stellvertretender/zweiter Chef, wie bei assistant manager. Und ich hab auch so ein bisschen im Verdacht, dass hier jeder nimmt, was ihm so am besten gefällt und am besten für einen unterbezahlten Job klingt.